Rabatt auf alles – nur nicht auf Zeit

Am 27. November ist wieder Black Friday. Überall blinkt es: -30 %, -50 %, nur heute! Laut Handelsverband wollten die Österreicher:innen im Vorjahr rund um Black Friday und Cyber Monday im Schnitt 294 Euro ausgeben. Das sind elf Prozent mehr als im Jahr davor. Ich geb's zu: Auch mein Warenkorb ist gerade gut gefüllt. Die OACE-Leggings in der nächsten Farbe, ein Padel-Schläger und das Gravel-Bike. Bei meinen Eltern war es früher der Hometrainer, der „diesmal wirklich“ benutzt wird. Das Prinzip ist dasselbe. Black Friday verkauft vor allem ein Gefühl: jetzt oder nie. Dieser Druck ist gewollt. Er sorgt für Spontankäufe, volle Retourenlager und Dinge, die nach ein paar Wochen im Kasten liegen. Dabei wissen wir aus dem Sport: Fit wird man nicht durch Ausrüstung, sondern durch Bewegung. Und die braucht vor allem Zeit, am besten gemeinsam.
Wie wär's also heuer mit
- einer gemeinsamen Wanderung statt eines neuen Rucksacks,
- einer Vereinsmitgliedschaft statt des dritten Stanley Cups,
- einer Runde Padel mit Freunden?
Solche Geschenke kosten wenig, aber sie bleiben. Niemand erzählt nach Jahren von einem Rabattcode. Von der Radtour mit deinen Liebsten aber schon. Und dann ist da noch der Kalender: Nur zwei Tage nach Black Friday beginnt mit dem ersten Adventsonntag eine Zeit, die eigentlich für das Gegenteil steht: fürs Warten, fürs Ankommen, fürs Weniger. Bei der DSG sagen wir: Sport für Körper, Geist und Seele. Und für die Seele ist ein Nachmittag draußen oft mehr wert als jedes Paket vor der Tür.
Mein Tipp: Bevor du am 27. November auf „Jetzt kaufen“ klickst, überleg kurz, mit wem du stattdessen eine Stunde verbringen könntest. Vielleicht ist das der beste Deal des Jahres.
Julia Kopsch, DSG Vorstandsmitglied